Konfus mit Konfuzius

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Kong Zhong, alias Richard Hung, alias Richard Kong stammt in direkter Linie in der 78. Generation Meister Kong, alias „Kong Fuzi“ oder „K’ung-fu-tzu“, auch als Kong Zi, oder Kong Qiu bekannt.

Etwas Konfus? Die Einfache Version: Richard Kong ist der direkte Nachfahre von Konfuzius, dem weltberühmten Philosophen und Politiker, der im 5. Jahrhundert vor Christus in China lebte.

Ich treffe Herrn Richard Kong, der außerdem erfolgreicher Entrepreneur ist, mehrere Pharma, Film, und Medienfirmen steuert und Präsident der internationalen Gesellschaft für Nachfahren von Konfuzius ist, in einem (sehr) feinen und (sehr) teuren Restaurant direkt am Bund in Shanghai.

Richard Kong ist der direkte Nachfahre von Konfuzius, dem weltberühmten Philosophen und Politiker, der im 5. Jahrhundert vor Christus, in China lebte.

Glücklicherweise bin ich eingeladen. Das Restaurant ist das „Family Li Imperial Cuisine Restaurant“ und dementsprechend „Imperial“ ist es dort auch. Trotz seiner unzähligen Interessen und Aktivitäten hat er eine große Leidenschaft, die ich mit ihm teile. Essen und Wein. Aus diesem Grund, aber vor allem dank einer gemeinsamen Bekanntschaft, bin ich auf ihn gekommen.

 
 
 
 

Der überaus freundliche und witzige Richard Kong ist ein passionierter Weinkenner. Das ist für mich schon die erste Überraschung. Wein und Asien, passt das zusammen? Und überhaupt, Wein mit asiatischen Essen? Wie soll das gehen? Die zweite Überraschung kommt so gleich. Ein Kellner steht plötzlich neben mir und fragt mich, ob das Kobe-Rind Filetstück für mich in Ordnung wäre und wie ich es haben möchte. Vor dem Hauptgang sind dann aber doch noch eine Reihe von traditionellen und weniger traditionellen chinesische Vorspeisen und allerfeinste Weinpaarungen geplant. Geplant von Richard Kong natürlich, der sich mittlerweile als großzügiger Gastgeber herausgestellt hat. „Ich hoffe, ich schaffe das alles“ sage ich und lächle dabei zwischen Dankbarkeit und Bewunderung. „Sie müssen bald zu einem Festbankett mit 100 Gängen zu uns kommen, im Familien-Stammsitz in Quofu, in Shandong. Da werden Sie wirklich ermessen können, was chinesische Kochkunst ist“, erwidert Kong in einem perfekten Englisch.

Danach folgt noch die dritte Überraschung: „Ich habe zum Kobe Rind etwas ganz spezielles ausgesucht“, sagt Richard Kong und grinst dabei spitzbübisch. Der Kellner kommt einen Schritt näher und zeigt auf eine Weinflasche. Es ist ein 1995er Mouton Rothschild. Ich stehe vor dem teuersten Schluck Flüssigkeit meines Lebens. Bevor ich den Wein aber probieren darf, wird noch Mineralwasser serviert. Zwei Damen kommen, sie stellen sich neben mich und breiten ein großes Tuch vor meinem Gesicht aus, damit mir die winzigen Tröpfchen vom sprudelnden Wasser, welches von einer dritten Dame vorsichtig serviert wird, ja mich nicht erwischen. Das Essen kommt, es folgen kleine und große kulinarische Erlebnisse, jeweils wunderbar gepaart mit Wein.

 
 
 
 

Ich frage ihn, ob er weiß, was Konfuzius zum Thema Essen gesagt hat. „Für Konfuzius hatte Essen einen sehr hohen Stellenwert und vieles von ihm ist ja reichlich dokumentiert. Es gibt außerdem diesen einen berühmten Satz von ihm: “Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Menschen“, erklärt Richard Kong amüsiert.

“Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Menschen“

(Konfuzius)

„Aber hat er es sicher in dieser Reihenfolge gesagt: Essen und Beischlaf, nicht umgekehrt?, Beischlaf und dann Essen“, frage ich etwas ironisch.

In meiner Recherche davor erfuhr ich nämlich, dass es etwa 2 Millionen Menschen auf der Welt gibt, die sich rühmen können, Nachkommen des berühmten chinesischen Philosophen Konfuzius zu sein. (Vermutlich war Konfuzius doch etwas konfus, als er diesen Satz formulierte. Möglicherweise meinte er es doch umgekehrt) dachte ich für mich. „Ich glaube nicht“ sagt Kong, „aber so oder so, alles im Leben ist auf Essen und Beischlaf zurückzuführen. Essen steht für das tägliche Überleben von Geburt an und Beischlaf ist einfach das Mittel, um die Fortpflanzung und dadurch, im weitesten Sinne, die Unsterblichkeit und die Unendlichkeit zu erreichen. Zwischen diesen zwei Punkte passiert das Leben, die Kultur, einfach alles andere.“

Von Richard Kong gibt es nicht viel im Internet auf Englisch, das aber habe ich doch noch gefunden, in der italienischen VOGUE (link)

 
 

The Cycle of Life - That Recipe on my Mind