Assa Nigua! Richtige Männer sind aus Mais gemacht.

Exploring | Chichicastenango, Guatemala

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„Deren Fleisch war aus weißen und gelben Mais gemacht. Deren Arme und Beine auch“.

So beginnt die Entstehungsgeschichte der Maya im „Popol Vuh“, der sogenannten Mayabibel. Die meisten Manuskripte der Mayas wurden aus Angst vor teuflischen Mächten von den spanischen Conquistadores verbrannt, doch 1558 gelang es einem Maya, den „Popol Vuh“ ins Quiche zu übersetzen. Das übersetzte Manuskript wurde wie ein Schatz von Maya`s Nachkommen im Dörfchen Chichicastenango gehütet.  Zweihundert Jahre später übersetzte es ein spanischer Priester, namens Francisco Ximene ins spanische, nachdem er das Vertrauen der ansässigen Bewohner gewann.

Nach vielen missglückten Versuchen,  Menschen aus Erde und Holz zu schaffen, gelang es den Maya Göttern vier „richtige“ Menschen zu schaffen, die aus Mais gemacht wurden.

Das Popol Vuh handelt in erste Linie von Kreationen der Maya Menschen. Nach vielen missglückten Versuchen,  Menschen aus Erde und Holz zu schaffen, gelang es den Maya Göttern vier „richtige“ Menschen zu schaffen, die aus Mais gemacht wurden.  Im Grunde genommen ist es eine Metapher, die im Kontext der Maya Kultur Sinn macht. Erst der Anbau vom Mais ermöglichte den Übergang der Maya`s von einer primitiven Jägergesellschaft, zu einer entwickelten Zivilisation.

 
 
 
 

Nicht weit vom Atitlan See, liegt das kleine Dorf Chichicastenango.  Auch heute noch, ist dies ein religiöser und mystischer Platz. Zugleich ist der Ort auch ein beliebter Umtauschplatz. Menschen des ganzen Land fahren jeden Donnerstag und Sonntag dorthin , um ihre Waren zu verkaufen. Der mittlerweile sehr berühmte Markt hat sich in den letzten 500 Jahren kaum verändert. Es gibt viel zu sehen, zu riechen, und natürlich auch viel zu kosten.

In den Garküchen Chichicastenagos werden traditionelle Gerichte zubereitet, die aus Zeiten vor der Conquista stammen

In den Garküchen Chichicastenagos werden traditionelle Gerichte zubereitet, die aus Zeiten vor der Conquista stammen, wie etwa das Pulique. Darunter versteht man ein  Hühnchengericht mit einer Recado und diese wird – ja, wie könnte es anders sein – mit Maistortillas gegessen. Der eigenartige Geschmack vom Pulique Recado kommt allerdings aus einer Pflanze, die Apazote heißt. In Guatemala glaubt man, dass Apazote die negativen Energien aus dem Körper vertreibt. Für positive Energien sollte man Atol Blanco zu sich nehmen. Atol Blanco ist ein traditionelles, maisbasiertes , dickflüssiges, heißes Getränk. Wer als „mero mero“, als waschechter Guatemalteco gelten möchte und mit „Assa Nigua!“ Ausrufe von den Lokalen gern bejubelt werden möchte, der sollte sich ein paar Atoles Blancos genehmigen.

Wer als „mero mero“, als waschechter Guatemalteco gelten möchte und mit „Assa Nigua!“ Ausrufe von den Lokalen gern bejubelt werden möchte, der sollte sich ein paar Atoles Blancos genehmigen.

(„Assa Nigua“ ist so eine Art Bewunderungsausdruck der Guatemaltecos). Jedoch ist es kein Wunder, wenn man danach glaubt, selber gänzlich aus Mais zu sein.  Einer meiner Lieblingsrezepte aus Chichicastenango, kommt aber ohne Mais aus und heißt „Cojin Chichicastengo“, eine Art Radischensalat mit Chicharrones (Schweinshautcroutons). Diese Speise habe ich zum ersten Mal in einer Garküche gegenüber der Kirche von Santo Tomás probiert. Die Kirche, in der hunderte Jahre davor, der Priester Francisco Ximenez , die Übersetzung vom Popol Vuh heimlich aufbewahrte.